Selling Sovereignty - International Coercion, Debt Relief, and Land Transfers


Type Research Project

Funding Bodies

Duration Jan. 1, 2021 - Dec. 31, 2022

  • Institute for International Political Economy IN (Details)

Tags

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  • political economy
 

Abstract (German)

In den letzten zehn Jahren haben die Entwicklungsländer verstärkt Kredite bei neuen Gläubigern wie China, Brasilien, Russland, Saudi-Arabien und anderen Schwellenländern aufgenommen. Allerdings haben einige Entwicklungsländer nun Schwierigkeiten, diese Kredite zurückzuzahlen und erwägen alternative Strategien zur Bewältigung der wachsenden Schuldenprobleme. Neben den allgemein bekannten Strategien wie dem Schuldenerlass, der Beantragung von Schuldenerleichterungen oder der Umsetzung von Sparmaßnahmen zur Bewältigung der Schuldenrückzahlung hat kürzlich ein neues Phänomen für Schlagzeilen gesorgt: Regierungen, die Kredite aufnehmen, verschenken Land an Gläubigerländer, um ihre Kredite zurückzuzahlen. Ein Beispiel dafür ist Sri Lanka, wo ein chinesisches Staatsunternehmen 2018 eine 99-jährige Pacht für den Hafen von Hambantota erhielt. Andere Regierungen treffen jedoch andere Entscheidungen. Tansania hingegen kam 2020 mit der Rückzahlung eines Kredits für den Bagayomo-Hafen in Verzug. Wie erklären sich die unterschiedlichen Strategien der Entwicklungsländer beim Schuldenmanagement? Diese Frage können wir derzeit nicht beantworten, da uns Daten über Landtransaktionen fehlen. Anekdotische Hinweise deuten darauf hin, dass Landtransaktionen üblich sind, aber es gibt keinen systematischen Datensatz, der es Forschern erlauben würde, die Ursachen und Folgen von Landtransaktionen zwischen souveränen Regierungen zu analysieren. Um diese Einschränkungen zu überwinden, verfolgt unser Projekt zwei Ziele: 1) die Entwicklung theoretischer Erwartungen für die Reaktionen von Regierungen auf Verschuldung und 2) die systematische Erhebung von Daten über Landtransaktionen, die es uns ermöglichen würden, die Determinanten der Entscheidungen von Regierungen im Bereich des Schuldenmanagements zu untersuchen.


Abstract (English)

Over the last decade, developing countries increased their sovereign borrowing from new creditors, such as China, Brazil, Russia, Saudi Arabia, and other emerging economies. However, developing countries now struggle to repay these loans and consider alternative strategies for dealing with mounting debt problems. Besides commonly known strategies such as defaulting on debt, seeking debt relief, or implementing austerity policies to manage debt repayment, a new phenomenon has recently made headlines: Borrowing governments giving land to creditor countries to repay loans. Examples include Sri Lanka, where a Chinese state-owned firm obtained a 99-year lease for Hambantota port in 2018. Yet, other governments make different choices. In 2020, Tanzania defaulted on a loan for a Bagayomo Port, rejecting the contract's terms which gave Chinese investors a 99-year lease on the port and a 30-year guarantee on the loan. What explains different debt management strategies by developing countries? We currently cannot answer this question as we lack data on land transactions. Anecdotal evidence suggests that land transactions are common, but no systematic dataset exists that would allow researchers to analyze the causes and consequences of land transactions between sovereign governments. To address these limitations, our project has two goals: 1) to develop theoretical expectations for governments' responses to indebtedness, and 2) to systematically collect data on land transactions which would allow us to study the determinants of governments' debt management decisions. Overall, this project will provide a theoretical framework and new data to examine land transactions in the context of debt diplomacy.

Partners

  • University of Houston - United States/USA

Publications